Anleitung

Gefühlsbrücken

Eine ruhige Abendroutine für Familien

Willkommen

Gefühlsbrücken ist ein Kartenset für Familien mit Kindern,
welches dabei hilft, Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und gemeinsam darüber zu sprechen.

Es geht nicht darum, Probleme zu lösen oder Gefühle zu verändern.
Es geht darum, Raum zu schaffen – für Zuhören, Nähe und Verständnis.

Am besten funktioniert das Set in einer ruhigen Situation
(z. B. nach dem Abendessen. Vor dem Schlafengehen oder einfach zwischendurch).


Für wen ist das Set gedacht?

  • für Familien mit Kindern ca. 4–12 Jahre
  • für Eltern, Bezugspersonen und Kinder gemeinsam
  • ohne Vorkenntnisse
  • ohne Zeitdruck

Jedes Kind entscheidet selbst, wie viel es teilen möchte.


Das steckt im Set

Gefühlskarten (12)

Sie zeigen verschiedene Gefühle – auch schwierige.
Jede Karte hilft, ein Gefühl wiederzuerkennen und zu benennen, ohne es zu bewerten.

Die Rückseite ist für Eltern und Bezugspersonen gedacht. Hier wird beschrieben, wodurch das Gefühl entstehen kann, wie ihr es begleiten könnt und was die Begleitung für einen positiven Effekt haben kann.

 

Reflexionskarten für Kinder (12)

Sanfte, offene Fragen zum Alltag.
Sie unterstützen das Gespräch, ohne zu überfordern.

Aktionskarten (12)

Kleine gemeinsame Ideen für danach:
ruhig, freiwillig, ohne Leistungsdruck.

Affirmationskarten (4)

Längere Sätze in der Ich-Form.
Sie stärken Sicherheit, Selbstwert und Verbundenheit.


So nutzt ihr Gefühlsbrücken

1. Ankommen

Sucht euch einen ruhigen Moment.
Alle sitzen bequem. Es gibt kein Ziel und kein Muss.
 

2. Gefühle auswählen

Legt die Gefühlskarten vor euch aus. 

Das Kind kann nun ein oder mehrere Gefühlskarten, passend zum Tag, auswählen. Gemeinsam könnt ihr nun über das Gefühl reden. Nutzt hierfür gerne die Impulse von der Rückseite.

3. Gefühle reflektieren 

Als nächstes legt ihr die Reflexionskarten vor euch aus. 
Je nach alter des Kindes macht es Sinn, dass ihr als Eltern oder Bezugspersonen eine passende Karte zum Gefühl auswählt. Natürlich darf sich aber auch das Kind eine Frage aussuchen. 

Ganz wichtig: Die Karten sind Impulse. Ihr könnt die Fragen auch an die jeweilige Situation anpassen.

Es ist in Ordnung, wenn:

  • das Kind wenig sagt
  • das Kind abschweift
  • das Kind gar nichts sagen möchte

Zuhören ist genug.

4. Gemeinsam etwas tun

Nun legt ihr alle Aktionskarten vor euch aus.

Jetzt könnt ihr euch eine Aktionskarte aussuchen
und gemeinsam entscheiden, ob ihr sie umsetzt.

Auch „nichts tun“ ist erlaubt.

5. Abschließen

Zum Schluss könnt ihr eine Affirmationskarte gemeinsam sprechen.                      Lest hierfür die Affirmationskarte laut vor und wiederholt sie gemeinsam.              Danach könnt ihr den Moment einfach ruhig enden lassen.

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2. Variante: "So habe ich dich heute erlebt"

Gefühlsbrücken passt sich an euren Alltag und an jede Situation an. Ihr könnt es also individuell nutzen. Eine zweite Variante könnte zum Beispiel wie folgt aussehen:

Wählt jeweils eine Gefühlskarte für euer Gegenüber - so, wie ihr euch im Laufe des Tages wahrgenommen habt. Zeigt euch die Karten gegenseitig und erklärt, warum ihr euch für dieses Gefühl entschieden habt. Nutzt die Reflexionskarten, um tiefer in das Gespräch eintauchen zu können.

WICHTIG: Ohne Wertung, sondern mit Neugier und Offenheit. 


Wichtige Hinweise für Erwachsene

  • Gefühle sind nicht richtig oder falsch
  • Es gibt keine Lösungspflicht
  • Zuhören wirkt stärker als Erklären
  • Stille darf sein
  • Wiederholung ist willkommen

Manchmal sagt ein Kind wenig –
und nimmt trotzdem sehr viel mit.


Wie oft kann man das Set nutzen?

  • täglich oder gelegentlich
  • mit allen Karten oder nur einzelnen
  • in 5 Minuten oder länger

Gefühlsbrücken passt sich eurem Alltag an – nicht umgekehrt.


Warum Gefühlsbrücken wirkt

Kinder entwickeln emotionale Sicherheit, wenn sie:

  • Gefühle benennen dürfen
  • ernst genommen werden
  • Nähe erleben
  • Rituale ohne Druck erfahren

Gemeinsame, ruhige Gespräche stärken:

  • Vertrauen
  • Selbstwert
  • Bindung
  • emotionale Ausdrucksfähigkeit